Home|   | Autor |   | Kontakt |    | Links |    | Impressum |

 

 

 

 

 

Fachbücher der Veranstaltungstechnik

Veranstaltungstechnik
Grundlagen von Veranstaltungen
 
Leseprobe

3.4.1   Geländer in öffentlichen Bereichen

Da Versammlungsräume oft betriebsmäßig abgedunkelt werden, ist die Sturz– und Stolpergefahr im Zuschauerraum erhöht. Während im Normalfall ein Geländer erst ab einer Absturzhöhe von 1,0 m notwendig ist, müssen in Versammlungsräumen und in Fliegenden Bauten schon bei einer Absturzhöhe von mehr als 20 cm Geländer angebracht werden.[1] Da einzelne Stolperstellen mit 20 cm Höhe ohnehin nicht zugelassen sind, benötigt jeder Höhenunterschied im Versammlungsraum (außerhalb von Reihen und Treppen) ein Geländer. Die Geländer müssen eine Höhe von 1,10 m haben.

An Arbeitsplätzen, die nicht in verdunkelten Räumen liegen, müssen Flächen, die höher als 1,0 m liegen, durch Geländer oder Brüstungen umwehrt sein. Geländer müssen mindestens 1,00 m bzw. bei möglichen Absturzhöhen von mehr als 12 m mindestens 1,10 m hoch sein.[2]

Alle Umwehrungen müssen so beschaffen und befestigt sein, dass an ihrer Oberkante eine Horizontalkraft von 1,0 kN/m (100 kg/m) auf­ge­nommen werden kann.[3]

Für folgende Einsatzgebiete gibt es Sonderregelungen: [4]

In Stufenreihen ist eine Umwehrung erst notwendig, wenn die Stufenreihe mehr als 0,50 m über dem Fußboden der davor liegenden Stufenreihe oder des Versammlungsraumes liegt. Dies ist jedoch nicht nötig, wenn die Rückenlehne der Sitzplätze der davor liegenden Stufenreihe den Fußboden um mindestens 0,65 m überragt.[5]

An Rängen, Emporen, Podien sowie an steil ansteigenden Platz­reihen müssen die Geländer

· mindestens 90 cm hoch
· oder 80 cm hoch und 20 cm breit
· oder 70 cm hoch und 50 cm breit sein.[6]

· In Fliegenden Bauten sind an Brüstungen und Geländern waagrechte Seitenkräfte von 0,5 kN/m (50 kg/m) in Holmhöhe (Handlaufhöhe) anzunehmen. In Fliegenden Bauten, bei denen mit besonders großem Menschengedränge zu rechnen ist, ist der Wert auf 1,0 kN/m (100 kg/m) zu erhöhen. Der Zwischenholm ist mit waagrecht 0,1 kN/m (10 kg/m) zu bemessen.[7]

Umwehrungen müssen mit einer mindestens 5 cm hohen Fußleiste[8] ausgestattet sein und durch Knieleisten, Gitter, feste Ausfüllungen oder auf eine andere geeignete Weise ein Hindurchfallen von Personen verhindern. Haben die Umwehrungen eine oder mehrere Knieleisten, darf der Abstand zwischen Fuß- und Knieleiste bzw. zwischen den Leisten nicht größer als 0,50 m sein. Bei Umwehrungen mit anderen Aus­füllungen dürfen die Öffnungsflächen in einer Richtung nicht länger als 0,12 m sein. Geländer in Bereichen, in denen mit der Anwesen­heit von Kleinkindern zu rechnen ist, müssen so konstruiert werden, dass ein Durch- und Überklettern nicht erleichtert bzw. erschwert wird.[9]

Für die Gestaltung von Handläufen hat sich eine Höhe von 85 cm als günstig erwiesen (Abbildung 22).

Abbildung 22: Optimale Handlaufhöhe von 85 cm

 


 

[1] Siehe § 11 MVStättV (2002) bzw. § 11 VStättVO (1969)

[2] Siehe Arbeitsstättenrichtlinie ASR 12/1-3

[3] Siehe BGI 605 und DIN 1055-3

[4] Siehe § 11 MVStättV (2002) bzw. § 11 VStättVO (1969)

[5] Siehe § 11 MVStättV (2002)

[6] Siehe § 11 Abs. 3 MVStättV (2002)

[7] Siehe DIN 4112

[8] Siehe Arbeitsstättenrichtlinie ASR 12/1-3

[9] Siehe  FlBauR, § 11 Abs. 2 MVStättV (2002). Nach ASR 12/1-3 sind Abstände von bis zu 18 cm zugelassen.

 Exposé

 Inhalt

 Leseprobe

 Buch bestellen

Broschiert - 216 Seiten
BoD GmbH, Norderstedt

ISBN: 3-8334-3939-4

 

Veranstaltungstechnik
Spielstätten, Anlagen und Geräte
 

 Exposé

 Inhalt

 Leseprobe

 Buch bestellen

Broschiert - 224 Seiten
BoD GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-8370-5558-0